40 Leute unterwegs in Schweden...

In einem Leben wird ein Mensch vermutlich selten an Orte gelangen, die so sich so stark nach Freiheit anfühlen. In Schweden, stehend auf einer kleinen aber hohen Felsinsel mitten auf einem See, war das für mich so ein Ort. Der Wald geht so weit bis man nur noch ein grünes Meer sieht und nachts sind nur sehr vereinzelt ein paar Lichtpunkte am Ufer, die auf Zivilisation hinweisen.

Aber bis zu diesem Ort war es im Sommer 2017 an einem kleinen Parkplatz in Schwabach noch weit. Denn Schweden, besser gesagt der schwedische Ort Tranås an den Sommen, liegt ca. 1250 km von unserem Ausgangspunkt entfernt. Also rein in den Bus und auf auf eine lange und nervenaufreibende Fahrt! Insgesamt war dann doch alles recht entspannend und liegt man erstmal in einem recht bequemen Bussitz und sieht, dass so ziemlich alle in den verrücktesten Positionen schlafen, fühlt man sich recht schnell sehr wohl.

Endlich angekommen ging es nach diversen Vorbereitungen endlich an das Abenteuer, das alle erwartete, nämlich eine 4-tägige Kanutour auf den Sommen. Alles Gepäck wurde in wasserdichte Tonnen verpackt, in „handliche“ Zweierkanus verstaut und schon ging es mit – noch sehr unsicheren – Paddelschlägen gruppenweise los. Alles in allem kann man sagen dass man sich sehr schnell aufeinander einspielt und während gen Anfang das Zelte aufbauen, Kanus ausladen und Feuer machen sehr langsam voranging, schafften wir es am letzten Tag ohne große Besprechung in einer Rekordgeschwindigkeit.

Nun mal ausgenommen dass es immer wieder witzig war im See baden zu gehen (und dem lauten Gejammer dabei zu lauschen, das Wasser war schon sehr kalt) ist noch so viel anderes passiert, was ich gerne erzählen würde. Zum Beispiel dass wir zufällig im Wald einen riesigen aufgetürmten Holzstapel entdeckten und so die schwedische Tradition „Kol“ kennen lernten. Oder dass wir heldenhaft einen Fast-Waldbrand gelöscht haben.

Doch nach der Tour war es ja noch nicht vorbei. Wieder ging es in den Bus und wir fuhren nach Rydsnäs, einem weiteren schwedischen Ort, der allerdings deutlich kleiner ist als Tranås. Dort empfingen uns eine große Scheune mit Pub und Tischtennisplatten, eine große Küche und viele kleine, sehr gemütliche Häuschen, in denen wir schlafen konnten. Hier übernahm auch das feste Programm, das für uns vorbereitet wurde. Über die gesamte Kanu-Woche hatten wir Themen besprochen wie „Freiheit“, „Schönheit“ und „Barmherzigkeit“. Hier wurde das alles wieder aufgegriffen und wir verbrachten viele Stunden beim Diskutieren und Philosophieren.

Weiter machten wir natürlich noch Ausflüge, wie zum Beispiel in den Ort Vimmerby, den Geburtsort von Astrid Lindgren. Dort besuchten wir den Drehort von Michel aus Lönneberga (und sangen, sehr zum Leidwesen anderer, ungefähr tausendmal dessen Titelmelodie). Ein ganz besonderes Highlight war der Elchpark, in dem man diese gewaltigen Tiere nicht nur füttern, sondern auch streicheln konnte…

Sehr viel könnte man noch erzählen, Seite um Seite füllen. Aber manchmal, und da können mir meine Freunde die ich in Schweden kennen lernte sicher zustimmen, darf man im Leben mal etwas vorenthalten. Und seien wir mal ehrlich, viel der Atmosphäre kann man in so einem Text nicht spüren – manchmal muss man einfach dabei gewesen sein.